SCHMIEDEWOHNUNG

Dauerausstellung

Im ersten Stock der Hammerschmiede kann die Schmiedewohnung des letzten Besitzerehepaars in der originalgetreuen Wiederherstellung besichtigt werden.

"Geboten: ein Zimmer ohne eigene Waschgelegenheit und ohne Heizung, die Kost und 4 DM bar im Monat."
Unter solchen Bedingungen trat ein noch nicht ganz 14jähriger Lehrling 1954 seine Ausbildung in der Schmiede an. Wohnen mit Familienanschluss beim Lehrherrn und Arbeitgeber - eine heute schon ferne Welt gibt es beim Gang durch die Schmiedewohnung aus der Perspektive der Lehrlinge und Gesellen zu entdecken, die zwischen 1946 und 1972 in der Hammerschmiede lebten.

Mit den Augen der Schmiedeehefrau Theresia Stocker (1907-1988) gesehen, bietet die direkt über der Werkstatt gelegene Wohnung Einblicke in Lebensverhältnisse, die inzwischen kaum mehr vorstellbar sind. Da der Generator in der Schmiede nur Gleichstrom für die Wohnung erzeugte, konnte Theresia Stocker nur elektrische Kochplatten und einen Radiator betreiben. Auf alle mit Wechselstrom betriebenen Elektrogeräte, die bereits damals die Hausarbeit erleichterten, musste sie verzichten. Für sie war die Küche zugleich Büro, der Küchentisch ihr Büromöbel. Hier erledigte sie die schriftlichen Arbeiten des Betriebes, führte die Geschäftsbücher und schrieb die Rechnungen.

Küche und Schmiederaum verband auch ein Haustelefon der besonderen Art: Durch Klopfsignale an das Rohr der Wasserpumpe übermittelte sich das Ehepaar Stocker Botschaften. Und erst mit ihrem Einzug nach der Heirat erhielt die Wohnung ein Wasserklosett, für dessen ‚händische’ Spülung Wasser in der Küche heraufgepumpt werden musste. Ein Bad gab es nicht, dafür die ersten langen Gardinen in Naichen, mit denen die Geschäftsfrau ihre repräsentative Stube versah.